Freitag, 10. Dezember 2010

Prüfungsstress und Winter

Lang hab ich nichts mehr geschrieben, die Uni hat mich voll und ganz in ihrem Bann gehabt :).
Wenn ich die letzten 2 Monate so Revue passieren lasse habe ich glaub ich wirklich nicht viel anderes gemacht als zu lernen und Arbeiten zu schreiben (naja, weggegangen bin ich auch ein bisschen :)).
Gestern hatte ich meine letzte Prüfung für dieses Semester, bis 21. Dezember muss ich noch eine Seminararbeit für ein italienisches Seminar schreiben (20 statt 6 Seiten, Romanistik Wien sei Dank!) und ein Referat über "Il sentiero dei nidi di ragno" von Italo Calvino vorbereiten. Meine nächste Woche wird also sehr italienischlastig sein :).
Kurz vor Weihnachten ist dann die Hälfte meines Aufenthaltes in Montréal schon um und ich bin wirklich sehr sehr froh ein ganzes Jahr zu bleiben, denn die Zeit vergeht meiner Meinung nach viel zu schnell und ich habe manchmal das Gefühl noch viel zu wenig getan zu haben seit ich hier bin. Sei es was es die Uni (Diplomarbeit!!!) oder die Unternehmungen betrifft... Eigentlich bin ich aber ständig beschäftigt, aber ich könnte die Zeit sicher noch besser nützen.
Am 26. Dezember geht es dann für 4 Tage nach New York und anschließend für weitere 4 Tage nach Boston, darauf bin ich schon sehr gespannt!
Am 5. Jänner beginnt dann schon das 2. Semester; ich hoffe meine Kurse werden nicht allzu zeitaufwendig sein, damit ich mich ein bisschen mehr auf die Diplomarbeit konzentrieren kann.

Seit ca. 1 Woche ist auch hier der Winter ausgebrochen, es hat immer zwischen -5 und -15°C (in meiner Wohnung leider auch nur zwischen 10 und 15°) und im Freien liegt schon einiges an Schnee. Meine kanadischen Freunde meinen der bleibt auch bis April liegen... Bin schon gespannt wann es noch kälter wird und wieviel Schnee noch fällt :).

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Essen in Kanada

Gestern habe ich mir im Supermarkt einen Schweinslungenbraten gekauft (Angebot, juhuu!), den ich beim heutigen Mittagessen fast nicht als solchen identifiziert habe...
Überhaupt schmecken die Lebensmittel hier ganz anders als in Österreich. Angefangen beim Leitungswasser, was nach ca. 3 Wochen Zähne zusammenbeißen und Überlegungen, dass man sich sicher kein Wasser im Supermarkt kauft, wenn es gratis und genießbar aus der Leitung kommt, auch trinken kann ohne dass einem schlecht wird. Aber so toll wie in Wien ist es natürlich nirgends ;).
Obst und Gemüse hat auch einen ganz anderen Geschmack, das erste Mal als ich kanadischen Kürbis gegessen habe dachte ich, dass ich ihn komisch zubereitet hätte. Einige Tage später im Restaurant schmeckte er jedoch genauso, es lag also wohl nicht an meinen Kochkünsten :). An Karotten, Broccoli, Zucchini, etc. habe ich mich aber mittlerweile schon gewöhnt.
Rind schmeckt dafür extrem gut hier, denn das Angus-Rind wird nur gezüchtet um gut zu schmecken. 
Fazit: esse mehr Rind, weniger Schwein (und überhaupt nicht so oft tierisches Eiweiß) :)

Montag, 4. Oktober 2010

Reise und Wintergewand

Nach langer Blogabwesenheit (liest das hier überhaupt jemand?) wieder einmal ein kurzer Bericht:

Die letzten 3 Wochen war der Georg da, wir haben uns Montréal angeschaut und haben auch eine kurze Reise gemacht, die wirklich wunderschön war.
Am Freitag haben wir uns ein Auto gemietet und sind Richtung Québec Stadt gefahren, wo wir 2 Nächte im Hostel verbracht haben und uns die wunderschöne „Altstadt“ angeschaut und auch einen Ausflug zu den Chutes (Wasserfällen) de Montmorency gemacht haben. Québec ist wirklich sehr schön. Es gibt die „Haute Ville“, welche sich auf einem Hügel befindet und die „Basse Ville“, welche unterhalb auf der Höhe des Sankt Lorenz Stroms liegt. Die Haute Ville wird von einer Stadtmauer umschlossen, es gibt ein Schloss und eine Festung, in der Basse Ville befindet sich natürlich der obligatorische Hafen. Gut gegessen haben wir auch. Ganz toll in Québec (Stadt und allgemein) ist die hohe Dichte an Chocolateries, wo man sich durch Eis, Brownies, heiße Schokoladen etc. kosten kann. Mmmmm....
Sonntag früh ging es dann weiter nach Tadoussac, wo der Sankt Lorenz Strom langsam ins Meer übergeht und sich aufgrund des Zusammentreffens von Süß- und Salzwasser ein optimales Futterreservat für Wale ergibt. Dort haben wir auf einer Farm übernachtet, auf der ich auch einen Elch gestreichelt habe! Leider haben die Tiere dort sehr kleine Gehege (kleiner als im Wiener Zoo), für mich war es jedoch wirklich eine tolle Erfahrung nicht nur einen Elch zu sehen, sondern ihn auch zu berühren.
Im Preis der zweimaligen Übernachtung inbegriffen waren auch zwei Aktivitäten, weswegen wir am Montag Vormittag einen Kajakausflug in den Fjord de Saguenay gemacht haben, was wirklich eine tolle Erfahrung war. So knapp über dem Wasser hat man einen ganz neuen Zugang zu Natur, und das einzige Geräusch auf dem glasklaren Wasser sind die Paddel, die sanft eintauchen. Ganz nebenbei tut man auch noch was für die Figur! Das war sicher nicht das letzte Mal, dass ich in einem Kajak gesessen bin!
Die zweite Aktivität war eine Whalewatching Tour, bei der wir auf einem 24 Mann Schlauchboot auf den Sankt Lorenz Strom herausfuhren und viele Wale, Robben und zwei Delfine gesehen haben. Auch das war eine tolle Erfahrung, denn wenn man diese Riesen im Wasser beobachtet fühlt man sich selbst ganz klein.
Allerdings übertreiben es die Menschen auch hier teilweise. Um die Wale zu schützen, gibt es nur ein paar Veranstalter, die diese Touren anbieten und eigentlich dürften die Boote, sobald ein Wal ausgemacht werden kann, nicht näher als 200m an diesen heranfahren und müssten auch den Motor abstellen. Stattdessen fahren dann meist 4-5 Boote mit Vollgas möglichst nah zum Wal, von Motor abstellen keine Spur.

Wieder zurück in Montréal habe ich viel Geld für Winterkleidung ausgegeben, hoffentlich hält sie, was sie verspricht:

  1. Eine Canada Goose Jacke, hergestellt in Kanada und für Polarexpeditionen verwendet

  2. Kodiak-Lederstiefel, die wasserfest sind und eine Thinsulate Membran haben

  3. eine Ledermütze, die bis mindestens minus 30 Grad warm halten soll

Was noch fehlt sind Wollsocken, ein Schal und Herbststiefel, bei denen ich noch zwischen 2-3 Modellen schwanke (es ist alles soooo teuer!).


Montag, 13. September 2010

septembre

Wie erwartet war der Französischkurs wie die Sprachkurse auf der Romanistik - Texte vorbereiten, darüber in der Gruppe diskutieren, ein Referat halten, ... Da die meisten Leute im Kurs eher schlechter als ich sind, würden mir die Gruppendiskussionen auch nicht so viel bringen, bzw. hätte ich nicht wirklich die Motivation mir viel selbst beizubringen, deswegen werde ich diesen Kurs lassen und stattdessen im Oktober in den zweiten Teil des A1-Griechischkurses einsteigen und im 2. Trimester dann mit A2 weitermachen.
Mein Französisch werde ich einfach versuchen alleine zu verbessern, bzw. natürlich im Gespräch mit Muttersprachlern, allerdings ist mir aufgefallen, dass diese sehr oft Grammatikfehler machen bzw. einfach schlampig sprechen. Außerdem habe ich neuerdings ein DALF-Buch, da werde ich wohl auch einiges üben.

Letzen Freitag ist Georg endlich angekommen, wir verbringen unsere Zeit damit Montréal zu erkunden und ich bin schon auf die Sehenswürdigkeiten gespannt, die ich selbst noch nicht gesehen habe. Morgen möchten wir zum Beispiel in den Jardin botanique und das Biodôme, in dem verschiedene Klimazonen nachgebildet sind, darunter auch jene des Polarkreises und Québecs.
Nächstes Wochenende machen wir einen Ausflug nach Québec City und in einen Parc maritim, wo wir hoffentlich Wale sehen können. Ich freu mich schon!

Freitag, 3. September 2010

Rentrée

Die Woche war stressig, hab meine "carte OPUS", die mich berechtigt die Monatskarten für die öffentlichen Verkehrsmittel zu kaufen, besorgt (nach über zweistündigem Warten), zwei Kurse auf der Uni besucht und einen test de classement für den Sprachkurs gemacht, den ich eigentlich machen wollte.
Außerdem bin ich noch draufgekommen, dass der Griechischkurs, den ich gern im 2. Trimester machen würde, zu schwer für mich ist und dass ich daher dieses Trimester auch einen machen sollte. Damit hätte ich dann 5 Lehrveranstaltungen (4 sind verpflichtend), die da wären:

Introduction au Québec:
Eine Art Ringvorlesung, in der verschiedene Themen aus Québec behandelt werden: Geschichte, Musik, Kino, Literatur, Politik, Geographie, ... Es gibt jede Woche 20-30 Seiten zu lesen, eine Prüfung am Ende und es ist eine Seminararbeit von 10-15 Seiten zu schreiben. Allerdings kann ich diese ziemlich sicher als Teil meiner Diplomarbeit verwenden, da einmal ein Italiener über die italienische Immigration reden wird :).

Sociolinguistique:
Scheint ein sehr interessanter Kurs über Soziolinguistik zu werden, die Professorin ist im Doktoratsstudium Linguistik, erklärt sehr gut und ist echt sympathisch. Es gibt zwei Prüfungen und drei Tests, die wir allerdings zuhause erledigen müssen (so ganz hab ich das noch nicht verstanden...). Außerdem müssen wir einige Texte lesen, das Skriptum habe ich aber noch nicht...

Société et culture en Italie:
Dieser Kurs beginnt erst am 5. Oktober, ist auf Italienisch und ich möchte mir ihn für die Romanistik anrechnen lassen. Bin schon gespannt. :)

Compréhension et rétransmission de l'information:
Das ist der Sprachkurs, der nächsten Mittwoch beginnt. Eigentlich wollte ich ja Communication orale machen, aber die Prüferin vom test de classement meinte dass ich mich da fadisieren würde. Deswegen hat sie mir diesen Kurs empfohlen, in dem über zuvor gesehene/gelesene Videos/Texte gesprochen und auch geschrieben wird. Klingt für mich wie ein Romanistiksprachkurs, allerdings würde ich gerne einen Französischkurs machen um meinen Wortschatz zu erweitern... Mal schauen, falls mir der nicht gefällt, lass ich ihn weg, da ich ja noch einen Kurs machen werde:

Grec moderne 2 (A1.2):
Angemeldet bin ich noch nicht für diesen Kurs, allerdings beginnt er auch erst Mitte Oktober. Hab mir heute das Lehrbuch besorgt (das nur auf Griechisch geschrieben ist!) und hab schon ein bisschen Respekt davor jetzt ernsthaft Griechisch zu lernen. Aber Georg muss noch einiges mit mir wiederholen, wenn er kommt (nächsten Freitag :)), damit ich A1.1 kann :).

Die Kurse sind hier prinzipiell aufwendiger als in Wien, allerdings scheinen die beiden, die ich bis jetzt hatte in Ordnung zu sein vom Arbeitsaufwand her und die Themen interessieren mich sehr! 




Montag, 30. August 2010

Sommerschlussverkauf

Der Sommerschlussverkauf... ich bin extra mit wenig Sommersachen hergekommen, um mehr Platz für Wintergewand zu haben und weil ich dachte, dass der Sommer sowieso nicht so lang anhalten wird. Hier ist gerade überall Sommerschlussverkauf und ich konnte mich letztendlich nicht zurückhalten. So viele schöne Röcke und Kleider, die ich nicht mal mehr alle anziehen kann solange ich da bin ;).

Eine gute Investition habe ich aber getätigt: Karten für ein Footballspiel der Mannschaft der Université de Montréal gegen die McGill University (eine der beiden anglophonen Unis in Montréal). Bin echt schon gespannt, am 24. September wird das Ereignis stattfinden! :)

Dienstag, 24. August 2010

Neuigkeiten

Ich hab ein Fahrrad! Gekauft in einer Spontanaktion auf dem Plateau Mont Royal gestern. Das Fahrrad ist dagestanden mit einem Zettel mit dem Preis darauf (60 Dollar), ich habs angeschaut, die Verkäufer haben mich gefragt ob ichs probieren möchte, ich bin eine Runde um den Block gefahren und habs gekauft :). Das Problem ist mir erst heute aufgefallen: Die Sattelstütze ist zu dünn, der Sattel rutscht immer auf die tiefster Position, die mir viel zu klein ist! Ich werde jetzt Kleband herumwickeln und hoffen, dass es dann geht. :)
Außerdem hab ich mich auf der Uni eingeschrieben, allerdings ist alles megabürokratisch und keiner kennt sich aus. Heute habe ich ein Email bekommen in dem steht, dass meine Kurswahl nicht passt, allerdings glaube ich, dass die Bearbeiterin die Kurse für Winter- und Herbsttrimester verwechselt hat! Mühsam!

Aktualisierung Mittwoch: "Vous êtes inscrite à tous ces cours pour le trimestre automne 2010."
Jippiiiieee :)

Außerdem hat mein Nachbar Derek aus Hongkong, der seit 3 Jahren an der University McGill in Montréal Geografie studiert heute zugestimmt, dass wir sein Internet teilen. 45GB für 2, 23 Dollar für jeden und ich muss mich um nichts kümmern :).
Das Einleben fällt so jeden Tag leichter!

Ende der Woche kann ich meinen Studentenausweis machen, mit dem ich dann berechtigt bin das CEPSUM (=USI) zu benützen (gratis schwimmen! :)) und Bücher und ich glaub sogar Filme in der Bibliothek auszuborgen.

Montag, 16. August 2010

Wohnungen

Wenn es wahr ist hab ich heute eine Wohnung gefunden!
Sie liegt ganz nah bei der Uni (ist denk ich im Winter besonders viel wert, vor allem wenn ich dann nicht mit dem dicken Mantel in die überheizte Ubahn muss), ist schon möbliert, hell und kostet 520 Dollar (ca. 390 Euro) pro Monat. Strom ist noch nicht dabei, der wird wohl noch so 20 Dollar kosten und Internet muss ich auch noch einrichten. Alles in allem bin ich aber zufrieden, so kann ich in Ruhe für meine Diplomarbeit arbeiten und wenn Besuch kommt gibt es auch keine Probleme. In meinem Haus befindet sich ein Subway, gleich gegenüber ein großer Supermarkt, Cafés, Restaurants, Ubahn, ... 
Damit ich den Schlüssel bekomme muss ich 2 Monatsmieten bezahlen, eine für das erste, eine für das letzte Monat. Leider kann ich nur 200 Dollar auf einmal vom Bankomaten abheben, ich werde morgen mal bei meiner Bank anrufen und schauen was das Problem ist.
Mein Mietvertrag wird bis 30. Juni laufen, was blöd ist, weil ich ja schon Anfang Mai heimfahren möchte, allerdings könnte ich dann einen Untermieter suchen, damit ich die 2 Monate nicht selbst bezahlen muss.

Das war die vierte Wohnung, die ich mir angeschaut habe. Die erste hat mir auch sehr gut gefallen, war aber etwas teurer und unmöbliert. Die beiden anderen "studios" waren billiger, allerdings auch nicht grundlos. Beide waren sehr klein und heruntergekommen, obwohl sich eine davon mitten im Herzen des Quartier latin befunden hat. Bei einer weiteren Wohnung im Quartier latin, die ich heute anschauen wollte, hat mich der Besitzer versetzt, allerdings wäre diese in einem von außen sehr hässlichen Haus über einem Nachtclub gewesen, was wahrscheinlich eh nicht so optimal war...

Aber falls das mit meiner neuen Wohnung klappt, nimmt mein Leben hier wohl langsam Gestalt an :).

Sonntag, 15. August 2010

curiosités québécoises

Das francais québécois: Ich liebe es, verstehen tu ich nur leider auf Anhieb sehr wenig. Mit zweimal Nachfragen geht es aber dann meistens

Kuriositäten, die ich bis jetzt schon mitbekommen habe:
- Auf den roten Straßenstopschildern steht "Arrêt"
- Eis heißt nicht wie in Frankreich "glace" sondern "crème glacée" (Ice cream lässt grüßen)
- Wenn man sich mit "merci" bedankt bekommt man "bienvenue" (frei nach "you're welcome" übersetzt) als Antwort
- Beim McDonalds (der übrigens nicht so "gut" schmeckt wie bei uns) bekommt man MacPoulet und McCroquettes (wer weiß wofür die beiden Speisen steht bekommt von mir eins der beiden spendiert falls er/sie mich besucht ;) )

außerdem:
- Preise sind immer ohne Steuern angeschrieben, was ziemlich mühsam ist weil man immer mehr bezahlt als angeschrieben steht
- die Drehkreuze bei den Ubahneingängen (wie man sie z.B. auch in Rom, Paris, ... findet) sind gleichzeitig Ein- und Ausgänge
- eine sehr positive curiosité: die Leute hier sind so freundlich! Bei meiner Schleppaktion zum Hostel Donnerstag Nacht hat mich ein Typ angesprochen und mich gefragt ob er mir helfen kann. Ich dachte er will mich anmachen, dabei wollte er aber nur freundlich sein!

Montréal

Montréal ist eine wahnsinnig interessante Stadt...
Zuerst einmal ist alles irgendwie größer, breiter. Sogar Einbahnstraßen sind dreispurig, der Gehsteig ist breiter, die Ubahnstationen sind weiter auseinander und die Straßen sind so lang, dass man auf einer 1h unterwegs sein kann. Obwohl die Stadt so groß wie Wien ist gibt es viel mehr zu gehen. Jedes Viertel ist wie eine eigene Stadt, hat eine ganz eigene Stimmung und ein anderes Aussehen.
Meine Favoriten bis jetzt sind das Quartier Latin und das Plateau Montréal, denen man nachsagt auch besonders europäisch zu sein. Es ist alles voller kleiner Bars, Bistros, Cafés, Boutiquen (viele Vintageshops) und die Häuser sind klein und hübsch, mit den typischen Stiegen außen, die in die verschiedenen Etagen/Wohnungen führen.
Am Hafen ist wieder einmal alles riesig. Man kann nichts überblicken, es gehen Betonkais in den Fluss (St. Lorenz Strom) hinein und im Hintergrund sieht man die Skyline vom Quartier international, in dem viele Bauten Hochhäuser im AKH-Stil sind.
Die Altstadt zwischen Hafen und Quartier international ist sehr touristisch, kann aber nicht ansatzweise mit einer europäischen Altstadt mithalten. Nördlich der Altstadt und östlich des Quartier international befindet sich das kleine Quartier chinois, in dem es ausschließlich chinesische Geschäfte und Restaurants (und natürlich viele Touristen) gibt.
Weiter nördlich befindet sich das schon beschriebene Quartier latin, welches dann in das Plateau Mont Royal übergeht. Darüber ist dann "Petite Italie", von dem ich nur den marché Jean Talon gesehen habe, auf dem es viele internationale sowie Fisch-, Fleisch-, Obst- und Gemüsestände gibt.
In der Mitte der Stadt befindet sich der Mont Royal, ein grüner Hügel, auf den ich noch nicht hinaufgegangen bin. Von oben soll man aber eine wunderschöne Aussicht auf die Stadt haben, außerdem ist er das Naherholungsgebiet der Montréalais. Auf der nördlichen Seite des Mont Royals befindet sich meine Uni, die Université de Montréal, ein Riesenbetoncampus, den ich bis jetzt nur von außen gesehen hab. Das Viertel um die Uni herum ist sehr international, hat aber wieder wunderschöne Wohnhäuser, vor allem wenn man wieder Richtung Osten geht/fährt.
Montréal ist überhaupt sehr international. Es gibt einen Haufen vietnamesische, chinesische, französische, italienische, mexikanische, ... Restaurants, die ich alle noch testen muss ;).

Reise


Am Donnerstag, 12.8. musste ich mich kurz nach Mittag tränenreich von Georg verabschieden, aber zum Glück kommt er mich Anfang September schon besuchen!

Der Flug nach London verlief problemlos, in London brauchte ich dann über eine Stunde um vom Terminal 3 zum Gate B im Terminal 5 zu kommen. Fußweg – Bus – Fußweg – Sicherheitskontrolle – Zug – Fußweg. Bei meinem Gate zum Flug nach Montréal durfte ich dann schon das erste Mal von einer Gruppe Québécois ein „C’est cute“ vernehmen, sonst amüsierte ich mich eher über die Engländer. Bei der Sicherheitskontrolle musste man sich penibelst anstellen, alles bereit halten (von Heathrow ausgeteilter durchsichtiger Plastiksack mit Flüssigkeiten, Pass, Flugtickets, Laptop) und ja nicht zu früh über die Linie zum Förderband gehen. Allerdings sollte man auch nicht zu langsam sein, es war also alles in allem ein bisschen schwierig. Die Durchsagen auf dem Flughafen gab es nur auf Englisch (British), ich zumindest habe nicht alles verstanden.

In der tollen Boeing 777, mit der ich dann nach Montréal fliegen durfte, ging ich eifersüchtig durch die erste Klasse und durfte dann in der "Holzklasse" (Zitat Sex and the City 2) Platz nehmen. Auf meinem Sitz lag ein Paket mit Decke, Polster und Kopfhörern (property of British Airways) sowie ein Säckchen mit Socken, Schlafbrille, Zahnpasta und Zahnbürste (zum Mitnehmen). Und das Tollste: In der Lehne des Sitzes vor mir ein Bildschirm, der dann ca. eine Stunde nach Abflug auch eingeschalten wurde. Ich durfte aus mindestens 50 Filmen wählen, außerdem gab es noch das typische Flugrouten und –informationsvideo, sowie Serien, Musik, Radio und Hörbücher.
Die 7h Flug vergingen wie im Flug, das Flugpersonal war sehr nett, brachte ständig Getränke und zu essen gab es auch genug. Eigenartig war nur, dass es bei meiner Ankunft um 2h österreichischer Zeit noch immer hell war, was meiner Müdigkeit jedoch keinen Abbruch tat. Das Visum bekam ich problemlos (einen Zettel, der gefaltet in meinen Pass getackert wurde) und konnte dann auch gleich mit dem Bus Richtung Zentrum fahren. Dort entschied ich mich die eine Ubahnstation zu Fuß zur Jugendherberge zu gehen, was ziemlich mühsam war, da es bergauf ging und ich insgesamt über 40kg Gepäck hatte.
Um 23h Montréaler Zeit (= 5h in Ö.) war ich dann endlich im Bett!